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Kooperation NieuWater – NAM
1.  Wer verbirgt sich hinter dem Reinwasserwerk?

Das Reinwasserwerk wurde von der NieuWater B.V. gebaut. NieuWater ist ein Joint Venture der Wasserversorgungsgesellschaft Drenthe (WMD) und der Wasserbehörde Velt en Vecht.


2.  Welche Aufgabe hat das Reinwasserwerk?

Das Abwasser der Gemeinde Emmen wird in einer Kläranlage (Rwzi) gereinigt. Im Reinwasserwerk wird dieses gereinigte Abwasser (Effluent der Kläranlage) zu ‘ultrareinem Wasser’ aufbereitet. Ultrareines Wasser ist sehr sauberes Wasser. Dieses Wasser enthält so gut wie „nichts", selbst keine Mineralstoffe oder Kalk wie beispielsweise das Trinkwasser. Beim Erhitzen von Trinkwasser entsteht Kesselstein (Kalziumkarbonat). Bei der Erhitzung von ultrareinem Wasser dahingegen nicht. Kesselstein führt zu einem nicht vertretbaren Anstieg der Wartungsarbeiten (Entfernung von Kesselstein) von Heizanlagen zur Dampfherstellung.


3.  Welche Rolle spielt die NAM bei diesem Projekt?

Die NAM ist der einzige Abnehmer des Wassers, das im Reinwasserwerk produziert wird. Die NAM fördert Erdöl im Ölfeld Schoonebeek. Dabei werden neue Techniken eingesetzt, beispielsweise horizontale Bohrlöcher in Kombination mit Dampfinjektion bei geringem Druck. Durch das Erhitzen und Verdampfen des ultrareinen Wassers und die Injektion dieses Dampfes in das Ölfeld wird das Rohöl flüssiger. Mit modernen Hochleistungspumpen kann dieses Öl dann hochgepumpt werden. Für die Dampferzeugung wird ultrareines Wasser benötigt, um Schädigung von Pumpen und Turbinen zu vermeiden (Kesselsteinbildung). 1996 wurde die Erdölförderung in Schoonebeek eingestellt, da sie nicht mehr rentabel war. Für die Förderung mit Hilfe klassischer Schwinghebelpumpen war das verbliebene Öl zu zäh und dickflüssig. Das geförderte Öl bestand zu 95% aus Salzwasser und zu 5% aus Öl. Von 1947 bis 1996 förderte die Niederländische Erdölgesellschaft (NAM) in Schoonebeek über 250 Millionen Barrel Rohöl. Man geht davon aus, dass bis 2036 noch etwa 120 Millionen Barrel Rohöl im Ölfeld Schoonebeek gefördert werden können.


4.  Wie viel Wasser produziert das Reinwasserwerk?

Zur Deckung des Bedarfs liefert das Reinwasserwerk von NieuWater in Emmen maximal 8.200 m3 ultrareines Wasser täglich und bietet Erweiterungsmöglichkeiten bis zu 10.000 m3/Tag. Der mit NAM abgeschlossene Vertrag hat eine Laufzeit von 25 Jahren.


5.  Welche Kosten sind mit der Realisierung des Reinwasserwerks verbunden?

Gut 40 Millionen Euro. WMD und Velt en Vecht bürgen zu jeweils 50% für das Darlehen.


6.  Sind damit Risiken für die WMD und die Wasserbehörde Velt en Vecht verbunden?

Für den Anfangszeitraum von 25 Jahren ist die Wasserlieferung und damit auch das Einkommen von NieuWater vertraglich gesichert. Dies sorgt für eine sichere Investition. Eine wichtige Voraussetzung für WMD und Velt en Velt ist, dass die Investitionen in NieuWater nicht zu Verlusten führen.


7.  Kann NieuWater auch Gewinn erwirtschaften?

NieuWater ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung niederländischen Rechts. Sie kann und darf somit Gewinn erwirtschaften. Grundvoraussetzung ist jedoch, dass kein Verlust erlitten werden darf. Daher wurde ein Angebot unterbreitet, bei dem von einem gewissen Gewinn ausgegangen wird. Die Geschäftsführungen von WMD und Velt en Vecht werden im jeweiligen Fall entscheiden, was mit diesem Geld geschehen wird.


8.  Wie viel Wasser produziert das Reinwasserwerk?

Zur Deckung des Bedarfs liefert das Reinwasserwerk von NieuWater in Emmen maximal 8.200 m3 ultrareines Wasser täglich und bietet Erweiterungsmöglichkeiten bis zu 10.000 m3/Tag. Der mit NAM abgeschlossene Vertrag hat eine Laufzeit von 25 Jahren.


9.  Ist das Reinwasserwerk umweltfreundlich?

Das Reinwasserwerk verwendet gereinigtes Abwasser der Kläranlage (Rwzi) Emmen als Grundstoff. Oder anders ausgedrückt: Ein Abfallstoff (gereinigtes Abwasser) dient als Grundstoff. Die Stoffe, die das Reinwasserwerk aus dem Wasser filtert, werden zur Kläranlage zurückgeleitet und durchlaufen die Reinigungsschritte ein zweites Mal. Abwasser wird also besser gereinigt, und dies wirkt sich positiv auf die Qualität des Oberflächenwassers aus. Hierdurch gelangen jährlich mindestens 30 Tonnen Klärschlamm weniger in das Oberflächenwasser. Es wird auch weniger Phosphat eingeleitet. Traditionsgemäß erfordert das Konditionieren von Prozesswasser einen hohen Einsatz von Chemikalien. Um umwelttechnisch verantwortlich zu handeln, wurde das Verfahren so konzipiert, dass ein Minimum an Chemikalien ausreicht.


10.  Steht die Produktion im Reinwasserwerk still, wenn Probleme bei der Kläranlage auftreten und kein Wasser mehr zum Werk geleitet wird?

Die wechselnde Zusammensetzung des Abwassers der Kläranlage stellt eine große Herausforderung dar. Diese Bezugsquelle kann durch Trockenzeiten, schlechte Qualität oder unvorhergesehene Einleitungen nicht verfügbar sein. Daher gibt es Möglichkeiten—vorübergehend – auf Wasser der Hoogeveense Vaart umzusteigen. Im Notfall verfügt WMD auch immer über Wasser von Trinkwasserqualität, das für die Dampferzeugung weiter konditioniert werden kann. Das Endprodukt muss nämlich jederzeit den Anforderungen für ultrareines Wasser (Kesselspeisewasser) genügen.


11.  Zu welchem Zweck wurde NieuWater gegründet?

Die Gründung von NieuWater entsprang dem Wunsch von WMD und Velt en Vecht nach innovativer Zusammenarbeit innerhalb der Wasserkette. Diese Zusammenarbeit wird voraussichtlich nicht auf das NAM-Projekt beschränkt bleiben. Zusammenarbeiten ist ein „Tätigkeitswort”. Zusammenarbeit stimuliert ‘kreatives Denken, das oft zu innovativen Lösungen mit einem Mehrwert für alle Parteien führt. Eine Intensivierung der Zusammenarbeit in der Wasserkette ist nicht nur positiv für die Umwelt, sondern letztendlich auch für die Bewohner der Gebiete, in denen WMD und Velt en Vecht aktiv sind. Zusammenarbeit kann zu einer Senkung der Kosten für Trinkwasser, Abwasser und Wasserwirtschaft führen (Soziale Verantwortung der Unternehmen).


12.  Hat NieuWater weitere konkrete Pläne?

Die Erfahrungen mit dem neuen innovativen Reinwasserwerk können auch für den Einsatz vergleichbarer Techniken an anderen Orten der Welt genutzt werden. Die Wiederverwendung von Abwasser spielt infolge der Knappheit von Grund- und Oberflächenwasser eine immer wichtigere Rolle. Das Konzept des Reinwasserwerks kann auch bei anderen Reinigungsmethoden genutzt werden.


13.  Ist das Reinwasserwerk ein besonderes Projekt?

Die Kombination hochwertiger Techniken, der minimale Chemikalieneinsatz, die sehr weit reichende Aufarbeitung von Abwasser und der Verwendungszweck machen dieses Projekt besonders herausfordernd. Durch die Wiederverwendung von Abwasser wird dieses bahnbrechende Projekt sowohl innerhalb als auch außerhalb der Niederlande eine Vorbildfunktion haben.

• Ingenieure von WMD, Verfahrenstechnologen von WLN und die Wasserbehörde haben ein neues Verfahren für das Reinwasserwerk entworfen. Dabei haben sie auf findige Weise neue und bestehende Techniken kombiniert. Gemeinsam führen die verschiedenen Elemente zu einer Qualitätsverbesserung. Ausgangspunkt ist dabei die Lieferung von Wasser, das den Anforderungen für Kesselspeisewasser genügt.

• Ein fortschrittliches Reinigungsverfahren beseitigt Schwebstoffe, Nährstoffe und Salze aus dem Effluent: Ultrafiltration, doppelte, biologische Aktivkohlefiltration, doppelte Umkehrosmose und schließlich Elektrodeionisation. Das Endprodukt, praktisch 100% reines H2O, wird über zwei Leitungen zur NAM in Schoonebeek gepumpt.

• Die Produktion ultrareinen Wassers ist keine Besonderheit. Der Umfang, in dem dies geschieht, aber wohl: maximal 8.200 m3 ultrareines Wasser täglich mit Erweiterungsmöglichkeiten bis zu 10.000 m3/Tag.

• Es gibt noch andere Organisationen mit einer gesellschaftlichen Funktion, die derartige Joint Ventures eingehen. NieuWater zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass daraus eine Initiative mit beachtlichem Investitionsbetrag hervorgegangen ist, die konkret umgesetzt wurde.

• Einmalig ist zudem, dass das Effluent (gereinigtes Abwasser) so stark gereinigt wird, dass letztendlich ultrareines Wasser zurückbleibt.



14.  Geschäftsführer und Manager der WMD und der Wasserbehörde Velt en Vecht haben bei NieuWater eine vergleichbare Funktion. Wie werden die Zuständigkeiten voneinander getrennt?

Die Geschäftsleitung der NieuWater B.V. ist zweiköpfig: ein Vertreter der Wasserversorgungsgesellschaft WMD und ein Vertreter der Wasserbehörde Velt en Vecht. Die Interessen von WMD und Velt en Vecht in Bezug auf NieuWater werden von den NieuWater-Anteilseignern (also von WMD und Velt en Vecht) wahrgenommen. Darüber hinaus gibt es einen Aufsichtsrat, in dem die Geschäftsleitung von WMD und Velt en Vecht vertreten ist.


15.  Sind Mitarbeiter von WMD und Velt en Vecht für NieuWater tätig? Wie werden diese Arbeitsstunden finanziert?

Einige Mitarbeiter der WMD und der Wasserbehörde Velt en Vecht führen Arbeiten für NieuWater aus. Die Arbeitsstunden dieser Mitarbeiter werden NieuWater in Rechnung gestellt.



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